GRK 2530-Alumni TalksElena Hauten über ihren Weg nach der Promotion
16. März 2026, von GRK 2530

Foto: UHH/GRK2530/Koll
Was folgt nach dem Abschluss der Doktorarbeit? Bei den Alumni Talks haben Promovierende des GRK 2530 die Möglichkeit, von ehemaligen Kolleg:innen zu erfahren, wie es bei ihnen nach der Promotion weitergegangen ist und welche Erfahrungen sie besonders geprägt haben. Dabei wird auch die Vielfalt der Möglichkeiten deutlich, denn die Absolvent:innen sind in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig. Bei den Alumni Talks am 27.02.2026 hat uns Elena Hauten Einblicke in ihre jetzige Tätigkeit und ihren Weg dorthin gewährt. Wir bedanken uns bei ihr und freuen uns, dass wir sie im Anschluss auch noch interviewen durften.
Liebe Elena, was machst du heute beruflich und worum geht es dabei hauptsächlich?
Aktuell arbeite ich als Postdoc am Institut für Marine Ökosystem- und Fischereiwissenschaften (IMF) der Universität Hamburg. Im Projekt „NikoFin” (Erfassung und Bewertung von nicht kommerziell genutzten Fischarten in der Nordsee) plane ich die Forschungsfahrten zum Sylter Außenriff. Dabei stehe ich in engem Austausch mit unserem Kooperationspartner, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie mit den Wissenschaftler:innen der verschiedenen Arbeitspakete. In unserem Projekt nutzen wir möglichst schonende, minimal-invasive Methoden zur Erfassung von Fischbeständen, die langfristig klassische Fischereimethoden zum Monitoring von Fischen ablösen können. Unser Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem Naturschutzgebiet Sylter Außenriff und den dortigen Nahrungsnetzen. Neben der Koordination der Seereisen arbeite ich auch in unserem Arbeitspaket „Trophic Ecology“, das sich explizit mit Prozessen innerhalb der Nahrungskette beschäftigt.
UHH/GRK2530/Biederbick
Was macht dir dabei besonders Spaß?
Insgesamt schätze ich die Vielseitigkeit meiner Arbeit, die sich aus Büro-, Labor- und Feldarbeit zusammensetzt. Dabei lerne ich verschiedene Techniken kennen, mit denen ich zuvor noch nicht in Berührung gekommen bin. Die Seereisen bieten zudem die Gelegenheit, neue Ideen auszuprobieren und Erkenntnisse zu gewinnen. So lerne ich ständig dazu und kann mir neue Methoden aneignen. Darüber hinaus habe ich ein hervorragendes Team, mit dem ich auch an langen Arbeitstagen Spaß habe.
Wie bist du auf diese Tätigkeit gekommen und was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?
Ich habe zuvor am IMF promoviert und danach war mir klar, dass ich gerne erst einmal in der Wissenschaft bleiben möchte. Die Stelle als Postdoc kam dann zufällig. Ich hatte Glück.
Die wissenschaftliche Arbeit reizt mich besonders, denn wenn man in der Wissenschaft arbeitet, schafft man im wahrsten Sinne des Wortes „neues Wissen“. Als neugieriger Mensch habe ich Freude daran, herauszufinden, wie ökologische Prozesse funktionieren. Es gefällt mir, Wissenslücken zu identifizieren, die noch nicht geschlossen wurden, zu recherchieren und Methoden zu erarbeiten, um eben genau diese Lücken zu schließen. Dabei kann man ziemlich uneingeschränkt vorgehen und muss zielorientiert, kreativ und im Team arbeiten. Dadurch hat man eine abwechslungsreiche Tätigkeit, die phasenweise natürlich anstrengend ist, aber auch Spaß macht.
Hattest du während der Promotion bereits eine Vorstellung davon, wie dein beruflicher Weg aussehen sollte oder hat sich das erst später entwickelt?
Mir war schon klar, dass ich gerne in der Wissenschaft bleiben möchte. Allerdings hätte ich auch einen anderen Job angenommen, wenn er thematisch zu meiner vorangegangenen Arbeit gepasst und es einen Bezug zu Fischen gegeben hätte. Für mich sind eine abwechslungsreiche Tätigkeit und eine Art Sinnhaftigkeit im Job wichtig. Ich finde auch Museumsarbeit, Wissenschaftsjournalismus und die Arbeit von NGOs sehr spannend.
Welche Erfahrungen aus deiner Zeit im GRK haben dich besonders geprägt und helfen dir bei deiner jetzigen Tätigkeit?
Besonders geprägt hat mich das interdisziplinäre Arbeiten. Da ich mich ja im Nahrungsnetz des Elbeästuars bewegt habe, war es ziemlich hilfreich, sich mit anderen Doktorand:innen auszutauschen, die sich mit anderen trophischen Leveln beschäftigt haben. So konnten viele Fragen schnell geklärt werden. Auch die Möglichkeit, Zeit im Ausland zu verbringen und dort neue Methoden kennenzulernen, war für meine heutige Arbeit sehr wertvoll. Darüber hinaus haben verschiedene Kurse im GRK, zum Beispiel zu „Scientific Writing“ oder „Female Empowerment“, dazu beigetragen, meinen Schreibstil zu verbessern und mit mehr Selbstvertrauen an neue Herausforderungen heranzugehen.
Wenn du heute noch einmal am Anfang deiner Promotion stehen würdest: Was würdest du rückblickend anders machen?
Das ist eine schwierige Frage, denn egal, wie gut man etwas plant, irgendetwas geht vermutlich doch schief. Beim Sampling (der Probenahme) hätte ich noch einige Kleinigkeiten verändert. Aber im Endeffekt war ich in der Lage, mit „Fehlern“ umzugehen und sie zu lösen. Im Nachhinein betrachtet ist das normal und gehört einfach dazu.
Welchen Rat würdest du aktuellen Promovierenden im GRK für ihren weiteren Weg geben?
Es ist wichtig, eine Balance zu finden. Das heißt, sich auch mal Zeit für sich zu nehmen – auch wenn es schwierig erscheint – und Dinge zu tun, die nichts mit der Doktorarbeit zu tun haben. Außerdem würde ich empfehlen, sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen. Unterstützt euch gegenseitig und arbeitet nicht gegeneinander.
Die nächsten Alumni Talks
Wir sind gespannt auf die Berichte der Alumni, die noch folgen werden. Die Reihe wird am 20.03.2026 um 16:00 Uhr im Institut für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie (IPM) fortgesetzt. Promovierende der zweiten Kohorte des GRK 2530 sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen und ihre Fragen zu stellen.

