Vulnerabilität von Wäldern im KlimawandelDFG verlängert die Forschungsgruppe „Humusauflage“
21. Juli 2026, von Website Team Biologie

Foto: istock/AVTG
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Forschungsgruppe FOR 5315 „Humusauflage: Funktionsweise, Dynamik und Vulnerabilität im Wandel“ um weitere vier Jahre verlängert.
Die Forschungsgruppe beschäftigt sich seit 2022 mit den Eigenschaften der Humusauflage des Waldbodens – ein zentraler „Motor“, der den Stoff- und Wasserhaushalt in einem Waldökosystem steuert. Bis 2030 erhält die Gruppe nun weitere 5,5 Millionen Euro Fördermittel von der DFG und – im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit – vom Österreichischen Wissenschaftsfond (FWF). Die Teilprojektleiterin Prof. Dr. Ina Meier, Professorin für Funktionelle Waldökologie im Fachbereich Biologie der Universität Hamburg, befasst sich innerhalb des interdisziplinären Teams der Forschungsgruppe mit den Eigenschaften der Mykorrhizasymbiose zwischen Wurzeln und Pilzen.
Die Humusauflage des Waldbodens, die aus Blatt- und Nadelstreu, Reisig und Samen in unterschiedlichen Zersetzungsstufen besteht, bildet eine ökologisch äußerst wertvolle Übergangszone zwischen frischer Biomasse und mineralischem Boden: Sie speichert lebensnotwendige Pflanzennährstoffe, bietet Lebensraum für Mikroorganismen und Bodentiere, verbessert den Luft- und Wärmehaushalt der Böden und kann große Mengen Kohlenstoff speichern. Der Einfluss des Klimawandels auf diese für Waldböden zentrale, jedoch gegenüber Umweltveränderungen äußerst empfindliche Schicht wirft viele offene Fragen auf. „Die bisherigen Ergebnisse unserer Gruppe zeigen eindrucksvoll, dass die Funktionalität der Humusauflage von der engen Verzahnung biologischer und abiotischer Prozesse abhängt“, sagt Prof. Dr. Friederike Lang, Sprecherin der Forschungsgruppe von der Universität Freiburg. „Wir haben Hinweise darauf, dass Klimaextreme diese Verzahnung unterbrechen und damit die Erfüllung von Ökosystemleistungen beeinträchtigen. Die Förderung gibt uns die Möglichkeit, diesen Hinweisen in einem interdisziplinären Expertenteam weiter nachzugehen.“ Prof. Meier ergänzt: „Auch in der zweiten Förderphase der Forschungsgruppe erwarten wir weitere Wissensdurchbrüche, die unser Verständnis von der Empfindlichkeit des Ökosystems Wald gegenüber dem Klimawandel weiter schärfen werden.“
DFG-Forschungsgruppe
Die DFG-Forschungsgruppe FOR 5315 ist ein enges Arbeitsbündnis mehrerer herausragender Wissenschaftler:innen, die gemeinsam eine Forschungsaufgabe bearbeiten. Das Forschungsvorhaben geht dabei nach seinem thematischen, zeitlichen und teils auch finanziellen Umfang über die Förderungsmöglichkeiten im Rahmen der Einzelförderung in der Sachbeihilfe oder im Schwerpunktprogramm weit hinaus. Die Förderung von Forschungsgruppen soll helfen, für eine mittelfristige, meist auf acht Jahre angelegte enge Kooperation die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereitzustellen. Forschungsgruppen tragen häufig dazu bei, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren. Hinsichtlich der Qualitätskriterien gelten dieselben Grundsätze wie bei Sachbeihilfen.

