Teilprojekt 3: Der Sumpf des ewigen Gestanks? – Nachhaltige Evolution im Sumpfgebiet unter Klimawandel
Hauptforschende: Elisa Schaum und Kathrin Otte
Doktorandin: Melina Sophia Welling
Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie sich wichtige Algenarten im Hamburger Mooren an den Klimawandel anpassen. Der Fokus liegt auf Zygnematophyceae, einer Gruppe pflanzenähnlicher Algen, die im Kohlenstoffkreislauf und als Indikatoren für Umweltveränderungen eine zentrale Rolle spielen. Unter Verwendung von Stämmen aus der Hamburger Sammlung sowie frisch isolierten Stämmen werden in kontrollierten Bedingungen Experimente durchgeführt, die Erwärmungsszenarien anhand einzelner Arten und Gemeinschaften simulieren. Einige Gemeinschaften werden regelmäßig auf ihre ursprüngliche Zusammensetzung „zurückgesetzt“, was es den Forschern ermöglicht, die Wiederholbarkeit evolutionärer Reaktionen konzeptionell zu bewerten und die potenziellen Auswirkungen geplanter Renaturierungsmaßnahmen besser zu verstehen.
Ziel ist es, die Geschwindigkeit und Art der phänotypischen (z. B. Größe, Kohlendioxidaufnahme, Sauerstoffproduktion) und genotypischen Veränderungen zu erfassen. Genetische Analysen und fortschrittliche KI-Technologien werden eingesetzt, um die Entwicklung über einen Zeitraum von etwa einem Jahr zu beobachten, was etwa 100 Generationen von Zygnematophyceae entspricht. Die Experimente laufen jeweils über ein Jahr und liefern Daten, die mit langfristigen Beobachtungen im Bürgerwissenschaftsprojekt DesmidHH verbunden werden. Diese Studie zielt darauf ab, zu klären, wie Artenzusammensetzung, Umweltfaktoren und evolutionäre Anpassungen miteinander verbunden sind, insbesondere im Kontext der globalen Erwärmung.
Foto: Melina Sophia Welling (KI (Gemini) generiert)