Vogelschutz im Fachbereich BiolgieNeue Vogelschutzmaßnahme an Glasfassaden des IPM
19. Februar 2026, von Website Team Biologie

Foto: iStock/UHH
Durch die Vogelschutzmarkierung „Punkteraster“, die an den Glasfassaden des Feodor-Lynen-Hauses am Institut für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie (IPM) in Klein Flottbek angebracht wurde, soll das Fensterglas dort von Vögeln als Hindernis wahrgenommen werden.
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland laut NABU bis zu 100 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasflächen.
„Wir hatten hier das ganze Jahr über regelmäßig Fälle von Vogelschlag und wollten etwas dagegen tun“ sagt Andrea-Carolin Menzel, Doktorandin des Fachbereichs Biologie aus der Abteilung „Angewandte Pflanzenökologie“. In Eigeninitiative und mit wissenschaftlicher Unterstützung von Dr. habil. Thea Lautenschläger, wissenschaftliche Leiterin des Loki-Schmidt-Gartens (Botanischer Garten der Universität Hamburg), wurde nach den Ursachen gefragt und nach wirksamen Maßnahmen gesucht.
Vögel können Glas nicht wahrnehmen, sondern sehen die sich im Glas spiegelnde Vegetation als vermeintliches Anflugziel. Ein besonders hohes Risiko bilden sogenannte Durchsichten, wie komplett gläserne Gebäude, da die Vögel ihre Route durch sie hindurch einschlagen. Bei Fluggeschwindigkeiten von 30 bis 60 km/h kommt es daher oft zu Kollisionen.
Die weit verbreiteten und auch hier bereits angebrachten Greifvogelsilhouetten führen nicht zur Verminderung von Vogelschlag. Die Silhouetten werden von anfliegenden Vögeln nicht erkannt und sind absolut wirkungslos. (Trybus 2003; Klem 1990)
Um Glas für Vögel sichtbar zu machen, muss es speziell für sie markiert werden. Dafür gibt es sogenannte "hochwirksame" Muster, die sich in der Regel durch nah (weniger als ca. 10 cm) beieinander liegende optische Elemente auszeichnen. Flugtunneltests belegen die Wirksamkeit solcher Markierungen. (Klem 1990; Rössler 2020)
Es wurde ein Anbieter gefunden, der ein reflektierendes, effektives und einfach zu montierendes Punkteraster auf einer Folienrolle zum Aufkleben anbietet. Die 9 mm großen Punkte sind im Abstand von 7 cm im Raster angeordnet und verdecken nur ca. ein Prozent der Fläche, sodass die offene Optik der Glasfassade erhalten bleibt.
Das Projekt wurde durch Mittel des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie (IPM) finanziert. Wir danken der Abteilung 8: Liegenschaftsmanagement der Universität Hamburg für ihre engagierte Unterstützung bei der Umsetzung sowie der TU Dresden für die wissenschaftliche Mitwirkung.
Vogelschutz an den Glasfassaden des Feodor-Lynen-Hauses
Erste Hilfe für verletzte Vögel
Oft endet eine Kollision für den Vogel tödlich. Ist ein Vogel jedoch nur benommen, kann ihm geholfen werden:
- Überprüfen Sie Lebenszeichen wie Puls, Atmung, Herzschlag und die Pupillenreaktion. Bei ernsthaften Verletzungen, wie Wunden oder Knochenbrüchen, sollten Sie den Vogel schnell an einen Tierarzt übergeben.
- Ist der Vogel nur benommen oder geschwächt, können Sie ihn behutsam einfangen und nach Hause transportieren. Zur Aufbewahrung des Vogels kann beispielsweise ein mit Haushaltstüchern ausgekleideter Karton mit Luftlöchern dienen, der an einen ruhigen, warmen und dunklen Ort gestellt wird. Ein paar Spritzer lauwarmes Wasser und Traubenzuckerlösung können den Vogel stärken.
- Zeigt der Vogel nach ein bis zwei Stunden ein normales Verhalten und weist keine Fehlstellungen auf, kann er in der Nähe des Fundortes wieder in die Freiheit entlassen werden.










