WP2: Ecological Networks
WP2: Ecological Networks nutzt Feldkontraste und experimentelle Einrichtungen, um die Auswirkungen von Veränderungen der biologischen Vielfalt auf die Struktur und die Interaktionsstärke ökologischer Netzwerke in Salzwiesen zu analysieren. Diese ökologischen Netzwerke bestehen aus komplexen Interaktionen zwischen Pflanzen, mikrobiellen Gemeinschaften und Benthos/Bodenfauna und werden unter verschiedenen Szenarien in Bezug auf Temperatur, Überflutung, Schadstoffe oder Kombinationen davon untersucht. In allen drei Ländern des Wattenmeers (Niederlande, Deutschland und Dänemark) wurden Feldkontraste angelegt, um Vegetationsflächen zu unteruschen, die von einheimischen (Salicornia europaea agg.) und nicht einheimischen Spartina anglica Pflanzen dominiert sind. Darüber hinaus werden artenreiche (beweidete) und artenarmen (unbeweidete) Flächen miteinander verglichen.
Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Beweidung positiv auf die Pflanzenvielfalt, jedoch negativ auf detritivore Wirbellose auswirkt. Kontrollierte In-situ-Erwärmungsexperimente, wie beispielsweise in der MERIT-Forschungseinrichtung, liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie der Temperaturanstieg die strukturellen und funktionellen Wechselwirkungen innerhalb von Salzwiesenökosystemen verändert. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass die Erwärmung nur geringfügige Auswirkungen auf allgemeine Pflanzenparameter hat, jedoch wurde in den Hochsalzwiesen eine leichte Verlagerung der Wurzelbiomasse in tiefere Bodenschichten beobachtet. Erste Erkenntnisse über die Auswirkungen der Erwärmung auf Methanflüsse und mikrobielle Gemeinschaften deuten auf Unterschiede zwischen den Höhenzonen und Temperaturszenarien hin. Ein groß angelegtes Mesokosmos-Experiment am AWI (Sylt) konzentrierte sich auf die Wechselwirkungen zwischen zwei dominanten Salzwiesenarten der Pionierzone (Salicornia europaea agg. und Spartina anglica), mikrobiellen Gemeinschaften und dem bioturbierenden Wattwurm Hediste diversicolor unter Stressbedingungen, die durch (marine) Hitzewellen hervorgerufen wurden. Die Analyse der im Rahmen von MERIT und des Mesokosmos-Experiments gesammelten Daten ist noch nicht abgeschlossen und wird voraussichtlich neue Erkenntnisse darüber liefern, wie Salzwiesen-Gemeinschaften auf den künftigen Klimawandel reagieren und sich daran anpassen könnten.
Teilnehmende Forscher*innen
Prof. Dr. Kai Jensen, Universität Hamburg
Dr. Viktoria Unger, Universität Hamburg
Jacqueline Bruhy, Universität Hamburg
Prof. Dr. Chris Smit, Rijksuniversiteit Groningen
Dr. Maarten van Hardenbroek, Rijksuniversiteit Groningen
Farah Kootstra, Rijksuniversiteit Groningen
Dr. Andreas Waser, AWI Sylt
Ditte van de Merwe, AWI Sylt