Fünftes Bild der GRK 2530-“Hall of Fame“„The Ecosystem's Trapped Breath”
28. September 2026, von GRK 2530

Foto: UHH/GRK2530/Lengert
Beim jährlichen Fotowettbewerb des GRK 2530 zeigen Doktorand:innen ihre Forschung aus einer künstlerischen Perspektive – etwa in Form von Fotografien, Grafiken oder Illustrationen. In diesem Jahr gewann Anna Lengert den Wettbewerb mit ihrem Bild „The Ecosystem's Trapped Breath”. Dieses wird nun in der GRK 2530-„Hall of Fame“ im Erdgeschoss des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie im Flur in der Nähe von Raum E.084 ausgestellt. Vielen Dank an alle Teilnehmenden für ihre vielfältigen und originellen Einreichungen.
Die Fotografie, aufgenommen im Naturschutzgebiet „Kronenloch“ im Meldorfer Speicherkoog, eröffnet den Blick unter eine dichte Schicht fädiger Algen und lässt ein faszinierendes Zusammenspiel sichtbar werden. Unter der Oberfläche entstehen, wachsen und entweichen Gasblasen, drängen sich aneinander und bilden optisch ein feines Geflecht. Dazwischen bleiben einzelne Algenfäden deutlich sichtbar. Die reduzierte Farbgebung und die wiederkehrenden Strukturen verleihen der Aufnahme eine harmonische, ruhige Ästhetik. Gleichzeitig verbirgt sich hinter dieser scheinbar stillen Szenerie ein hochdynamischer Prozess, der für die Forschung von Anna von zentraler Bedeutung ist.
Sie untersucht, wie die Flüsse von Kohlendioxid (CO₂) und Methan (CH₄) in der Pionierzone einer Gezeiten-Süßwassermarsch am Elbeästuar zeitlich zusammenhängen und welche Rolle Gezeiten und Wasserstand dabei spielen. Dafür nutzt sie kontinuierliche Eddy-Kovarianz-Messungen, mit denen sie den Austausch von Gasen zwischen dem Ökosystem und der Atmosphäre erfasst. Ihre zentrale Frage ist, wie die Gezeiten und die Wasserstandsdynamik diese beiden Gasflüsse über Zeitskalen von Minuten bis Wochen antreiben.
„Dieses Foto veranschaulicht diese Kopplung im Kleinen: Unter einer dichten Matte aus fadenförmigen Algen haben sich Gasblasen angesammelt, die vermutlich sowohl Sauerstoff aus der Photosynthese der Algen als auch CH₄ und CO₂ aus mikrobiellen Prozessen im darunterliegenden reduzierten Sediment enthalten. Zwei gegenläufige Stoffwechselwege finden hier unmittelbar nebeneinander statt – nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Beide werden durch biologische Prozesse vermittelt und führen letztlich zu einem messbaren Gasfluss in die Atmosphäre“, erklärt die Doktorandin.
UHH/GRK2530/Grebe
Der Wettbewerb widmete sich in diesem Jahr dem Thema „Dynamik“. Anna findet mit Blick auf ihr Bild eine prägnante Beschreibung: „Für mich bedeutet „Dynamik“ genau das: Blasen, die sich bilden, wachsen und entweichen – in einem Rhythmus, der von Licht, Gezeiten, Vegetation und mikrobiellem Umsatz bestimmt wird und niemals ein Gleichgewicht erreicht.“

