Workshop: Carbon Budgeting in the Elbe Estuary
7. Juli 2026, von GRK 2530

Foto: UHH/GRK2530/Stirn
Vom 1. bis 3. Juni 2026 fand im GRK 2530 ein Workshop zum Thema „Carbon Budgeting in the Elbe Estuary from Microbe to Landscape“ statt. Als Referentinnen wurden Prof. Dr. Roxane Maranger, Inhaberin des Canada Research Chair (Tier I) für Aquatische Ökosystemwissenschaft und Nachhaltigkeit an der Université de Montréal, und Dr. Anne McLeod, Leiterin der Forschungsgruppe Computergestützte Ökologie in der Abteilung Plankton- und Mikrobielle Ökologie am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), eingeladen. Der Workshop richtete sich primär an die Doktorand:innen des GRK, stand aber auch allen Interessierten offen. Die Teilnehmenden erlebten drei intensive Tage mit viel Input, Austausch und Reflexionen über die eigenen Forschungsthemen.
Laut Anne McLeod und Roxane Maranger entwickeln viele Doktorand:innen im Laufe ihrer Arbeit zunehmend einen engeren Fokus, indem sie sich stark auf ihre spezifische Forschungsfrage und ihr jeweiliges Untersuchungsobjekt konzentrieren – selbst in größeren Projekten wie dem GRK 2530. Für sie bestand die Herausforderung daher darin, die Promovierenden dazu anzuregen, über den Tellerrand zu schauen und ihre Forschungsprojekte in den übergeordneten Kontext des Kohlenstoffkreislaufs im Elbe-Ästuar einzuordnen. Dafür nutzten die Workshopleiterinnen einen kreativen, partizipativen und hochinteraktiven Ansatz, der die Teilnehmenden durch drei Phasen führte:
1. Sammeln vorhandener Informationen über die Gruppe
Der Workshop begann mit einer Vorstellungsrunde, gefolgt von kurzen Präsentationen der einzelnen Forschungsthemen durch die Doktorand:innen anhand weniger Folien.
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2. Übertragung individueller Projekte in biogeochemische Zusammenhänge
Im nächsten Schritt bildeten die Teilnehmenden Gruppen zu übergeordneten Projektkategorien wie Methodik, Untersuchungsorganismus und Untersuchungsregion, um die Vielfalt ihrer Forschung besser zu verstehen. Sie reflektierten darüber, wie ihre individuellen Projekte mit der Biogeochemie des Kohlenstoffs zusammenhängen – also damit, wie Kohlenstoff durch biologische, chemische und physikalische Prozesse bewegt und umgewandelt wird – und visualisierten ihre Ideen in einfachen Skizzen mit bunten Markern. Die Ziele dieser Übung waren:
- die eigene Rolle innerhalb der Gruppe aus einer neuen Perspektive zu betrachten,
- die eigene Forschung über den klassischen „Elevator Pitch“ hinaus verständlich darzustellen,
- zu beobachten, wie andere ihre Arbeit allgemeiner und spontaner beschreiben, und
- Zusammenhänge zwischen Projekten und Untersuchungsgebieten zu erkennen.
Eine Übung hat laut Anne McLeod und Roxane Maranger besonders gut funktioniert: die sogenannte „Figure Eight“. Dabei hatten die Teilnehmenden acht Minuten Zeit, um acht verschiedene Darstellungen ihrer Forschung zu zeichnen – eine Minute pro Illustration, über die sie sich dann anschließend zu zweit austauschten. Aus diesen Darstellungen entwickelten sie eine gemeinsame konzeptionelle Geschichte, die sie anschließend im Plenum präsentierten. „Es war interessant zu sehen, wie sich die Perspektive der Teilnehmenden auf ihre eigenen Forschungsprojekte von der ersten kurzen PowerPoint-Präsentation bis hin zu dieser kreativeren und spontanen Übung weiterentwickelte“, berichteten die Workshopleiterinnen.
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3. Integration individueller Projekte in erste Abschätzungen des Kohlenstoffkreislaufs
Diese Präsentationen führten zu drei abschließenden Gruppenprojekten, in denen die Promovierenden integrative konzeptionelle Darstellungen ihrer Forschungsthemen entwickelten und erste Abschätzungen von Kohlenstoffflüssen erstellten – also erste, grobe Schätzungen, die beschreiben, wie Kohlenstoff innerhalb eines Ökosystems gespeichert, transportiert und umgewandelt wird.
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„Einen derart interaktiven Workshop zu leiten, erfordert zum einen die Schaffung von Bedingungen, unter denen sich alle Gruppenmitglieder einbezogen fühlen, sodass sie aktiv teilnehmen können. Zum anderen braucht es auch eine Gruppe, die bereit ist, dem Prozess zu vertrauen und sich darauf einzulassen. Wir waren besonders beeindruckt davon, wie aufgeschlossen alle Mitglieder des RTG waren und wie engagiert sie unseren Workshop angenommen haben“, reflektieren Anne McLeod und Roxane Maranger.
Das Feedback der Promovierenden war überwiegend sehr positiv. Die meisten empfanden den Workshop als hilfreich für die Weiterentwicklung ihrer Forschung und schätzten insbesondere die zahlreichen Austauschmöglichkeiten – sowohl untereinander als auch mit den Workshopleiterinnen.
Über die Workshopleiterinnen
Roxane Maranger ist Professorin an der Université de Montréal und Inhaberin eines Canada Research Chair in Aquatic Ecosystem Science and Sustainability. Sie ist in der Moderation von Workshops ausgebildet. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Integration zentraler biogeochemischer Kreisläufe über verschiedene Untersuchungsebenen hinweg.
Anne McLeod ist Gruppenleiterin am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin. Sie ist Computational Ecologist und Gemeinschaftsökologin mit einem breiten Forschungsspektrum. In ihrer Forschung nutzt sie mathematische Ansätze, um den Zusammenhang zwischen der Bedeutung von Nahrungsnetzen und Tierbewegungen für die Elementkreisläufe zu untersuchen.

