GRK 2530-KurzportraitsHerzlich Willkommen im Team, Miriam Beck!
2. Juli 2026, von GRK 2530

Foto: UHH/GRK2530/Beck
Seit dem 1. Juni 2026 verstärkt Miriam Beck als Postdoktorandin das Team des GRK 2530. Wir freuen uns, sie im Rahmen unserer Portraitreihe vorstellen zu dürfen und haben ihr drei Fragen gestellt.
1. Worum geht es hauptsächlich in deiner Forschung und welche übergeordneten Themen, Fragestellungen oder Ziele stehen dabei im Fokus?
In meiner bisherigen Forschung habe ich mich vor allem damit beschäftigt, Veränderungen von Biodiversität zu erkennen und mögliche Ursachen dafür zu untersuchen: Warum unterscheiden sich ökologische Artengemeinschaften an verschiedenen Standorten voneinander? Wie reagieren sie auf Umweltveränderungen? Und welche Rolle spielen dabei funktionelle Merkmale, also Eigenschaften von Organismen wie Körpergröße, Lebensdauer oder Ernährungsweise? In meinem neuen Projekt knüpfe ich daran an, erweitere aber den Blick von Artengemeinschaften – also Gruppen von Arten, die an einem Standort vorkommen – hin zu ihren Verbindungen.
Diese können zum Beispiel in ökologischen Netzwerken dargestellt werden. Ein bekanntes Beispiel sind Nahrungsnetze, quasi ein „Wer frisst wen“-System. Ähnlich lassen sich aber auch Netzwerke für andere ökologische Zusammenhänge erstellen, zum Beispiel welche Arten miteinander interagieren, welche Lebensräume durch Nährstoffflüsse verbunden werden oder welche Organismen eine wichtige Brücke zwischen Land und Wasser bilden.
Im Elbe-Ästuar möchte ich mir solche Verbindungen über verschiedene Teilsysteme hinweg anschauen: zwischen Land und Wasser, zwischen unterschiedlichen Artengruppen oder zwischen verschiedenen Typen von Interaktionen. Besonders spannend ist es, wichtige Verbindungspunkte im Netzwerk zu identifizieren oder die Bedeutung von direkten gegenüber indirekten ökologischen Effekten zu untersuchen.
2. Was hat dich dazu bewegt, dich für dieses Forschungsfeld zu entscheiden? Was fasziniert dich daran und was siehst du als die größte Herausforderung?
Mich hat vor allem die Verbindung zwischen aquatischen und terrestrischen Ökosystemen zu diesem Projekt gebracht. Bisher habe ich sowohl in aquatischen Systemen, etwa in Fließgewässern mit Makroinvertebraten – also wirbellosen Tieren wie Schnecken, Insekten oder Krebstieren –, als auch in terrestrischen Systemen, vor allem mit Vögeln, gearbeitet. Themen wie Nährstoff- oder Kohlenstoffflüsse oder die Schnittstelle zwischen Wasser und Land sind dabei immer wieder aufgetaucht – etwa bei aquatischen Insekten mit terrestrischen Lebensstadien wie Libellen, Stein- oder Eintagsfliegen oder bei funktionellen Merkmalen –, standen bisher aber nie im Zentrum meiner Arbeit.
Die größte Herausforderung ist, diese vielen Verbindungen so zusammenzuführen, dass daraus ein Gesamtbild entsteht. Es geht nicht nur darum, einzelne Arten oder Prozesse zu untersuchen, sondern viele verschiedene Interaktionen, Lebensräume und Datentypen zusammenzubringen. Gerade diese Komplexität macht das Thema für mich aber auch so spannend!
3. Was sind deine Erwartungen an die Zusammenarbeit im Graduiertenkolleg 2530 und gibt es etwas, worauf du dich dabei besonders freust?
Ich bin neugierig darauf, die Vielfalt der Projekte der Doktorand:innen zu entdecken und freue mich darauf, auf diesem Weg selbst viel Neues über das Ökosystem Elbe zu lernen!

