GRK 2530-KurzportraitsHerzlich Willkommen im Team, Nele Martens!
26. Januar 2026, von GRK 2530

Foto: Çağıl Gümüş
Nele Martens verstärkt als Postdoktorandin das Team des GRK 2530. Wir freuen uns, sie im Rahmen unserer Portraitreihe vorstellen zu dürfen und haben ihr drei Fragen gestellt.
1. Worum geht es hauptsächlich in deiner Forschung und welche übergeordneten Themen, Fragestellungen oder Ziele stehen dabei im Fokus?
In meinem aktuellen Projekt beim GRK 2530 untersuche ich, wie sich Viren, die Phytoplankton infizieren, auf Kohlenstoffflüsse im Elbeästuar auswirken. Diese Viren zerstören (pflanzliche) Phytoplanktonzellen, sodass das Phytoplankton nicht mehr von Zooplankton (tierischem Plankton) gefressen werden kann, sondern von Bakterien unter CO2-Freisetzung remineralisiert wird. In einem vorangegangenen Projekt des GRKs wurde mittels genetischer Methoden gezeigt, dass sich unterschiedliche Viruspopulationen entlang des Ästuars finden (Gołębiowska et al., in prep.; PhD-Projekt im GRK 2530), doch die Auswirkungen auf Stoffflüsse wurden bisher nicht direkt untersucht. Mithilfe bereits erhobener (und zukünftiger) Daten aus dem GRK möchte ich ein Ökosystemmodell erstellen, das Kohlenstoffflüsse im Elbeästuar im Zusammenhang mit Phytoplankton-Viren darstellen kann. Insbesondere interessiert mich, wie sich Umweltfaktoren im Elbeästuar auf Virusinfektionen von Phytoplankton auswirken. Zum Beispiel könnte die starke Trübung die UV-bedingte Zerstörung von Viren reduzieren und somit die Viruslast im Vergleich zu anderen aquatischen Ökosystemen erhöhen. Andererseits könnten viele Viren nie mit einem Phytoplankton-Wirt in Kontakt treten, da sie von „Fremdpartikeln“, wie z. B. Aggregaten, abgefangen werden. Weiterhin berücksichtige ich Besonderheiten des Elbe-Phytoplanktons als Wirt. Beispielsweise zeigen Daten aus einem vorherigen GRK-Projekt – genauer gesagt meiner Doktorarbeit (siehe auch: https://doi.org/10.1002/pei3.70014) –, dass Phytoplankton im mittleren Ästuar eine kleinere Zellgröße aufweist. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Begegnungswahrscheinlichkeit zwischen Virus und Wirt sowie auf die Anzahl der Viren, die durch eine Wirtszelle freigesetzt werden.
2. Was hat dich dazu bewegt, dich für dieses Forschungsfeld zu entscheiden? Was fasziniert dich daran und was siehst du als die größte Herausforderung?
Die Forschungsthemen „Phytoplankton”, „Viren” und „Elbe” beschäftigen mich bereits seit dem Studium. So habe ich beispielsweise meine Bachelorarbeit bei der Hamburg Port Authority über den Zusammenhang zwischen Schadstoffbelastung von Elbsedimenten und den Ergebnissen ökotoxikologischer Tests (z. B. Algenwachstumshemmtest) geschrieben. In meiner Masterarbeit habe ich mich mit Grünalgen-infizierenden Viren in der Ostsee befasst. Und in meiner Doktorarbeit beim GRK 2530 habe ich mich intensiv mit dem Phytoplankton in der Elbe auseinandergesetzt. Insbesondere interessiert mich Phytoplankton aufgrund seiner herausragenden Bedeutung für die Kohlenstofffestlegung in aquatischen Ökosystemen. Des Weiteren finde ich Ökosystemmodellierung spannend, da sie ermöglicht, durch mathematische Beschreibung von Zusammenhängen viele verschiedene Szenarien zu analysieren. Die Möglichkeiten gehen hier über das hinaus, was man durch Laborarbeit messen kann. Natürlich ist dies auch mit Herausforderungen verknüpft: Falsche Annahmen oder fehlende Daten können leicht zu Fehlschlüssen führen. Daher ist es besonders wichtig, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und wo möglich mit Daten zu validieren.
3. Was sind deine Erwartungen an die Zusammenarbeit im Graduiertenkolleg 2530 und gibt es etwas, worauf du dich dabei besonders freust?
Ich freue mich besonders, wieder beim GRK 2530 dabei zu sein, nachdem ich von 2020 bis 2024 bereits meine Doktorarbeit im GRK durchgeführt habe. Insbesondere hoffe ich, dass ich wieder beim Retreat dabei sein kann. Ich bin gespannt auf den Austausch interessanter Ergebnisse und freue mich, die Fortschritte des Projekts weiter miterleben zu können.
Über die GRK 2530-Kurzportraits
Am 1. April 2025 ist die zweite viereinhalbjährige Förderphase des GRK 2530 gestartet und mit ihr dürfen wir neue und bereits vertraute Gesichter in neuen Rollen begrüßen. Zu diesem Anlass haben wir unsere GRK 2530-Portraitreihe ins Leben gerufen, in der wir regelmäßig neue Teammitglieder vorstellen.

