GRK 2530 FotowettbewerbViertes Bild der „Hall of Fame“
16. Januar 2026, von GRK2530

Foto: UHH/GRK2530/Puerto Rueda
Beim jährlichen Fotowettbewerb des GRK 2530 treffen Wissenschaft und Kunst aufeinander. Die Promovierenden haben hier die Möglichkeit, ihre Forschung auf kreative Weise sichtbar zu machen – etwa durch Fotografien, Grafiken oder Illustrationen. Das diesjährige Gewinnerbild zeigt eindrucksvoll, wie ästhetisch wissenschaftliche Forschung sein kann: Es entstand mithilfe eines Mikroskops und eröffnet den Blick in eine faszinierende, mit dem bloßen Auge unsichtbare Welt. Wir bedanken uns bei Diana Nicole Puerto Rueda dafür, dass sie uns diese Perspektive eröffnet hat und auch bei allen anderen Teilnehmenden für ihre originellen und inspirierenden Einreichungen. Das Bild wird in der „Hall of Fame“ im Institut für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie im Erdgeschoss vor dem Raum E.084 ausgestellt.
Aufgenommen wurde das Bild am ersten Tag eines Mesokosmen-Experiments des GRK 2530, noch bevor die Wassertemperatur erhöht wurde. „Zu sehen sind stachelige Grünalgen, runde Kieselalgen, elegante Kettenverbände und kleine einzellige Organismen, die alle Teil eines mikroskopischen Netzwerks sind. Dieses erhält die Funktionsfähigkeit des Ästuars, indem es Energie und Kohlenstoff von einem Organismus zum nächsten weitergibt“, erläutert Diana Nicole Puerto Rueda ihre Aufnahme.
Der Netzwerkcharakter wird im Bild unmittelbar erfahrbar: Unterschiedliche Formen, größere und kleinere Strukturen sowie scharf gezeichnete Elemente finden sich neben solchen, die leicht verschwommen erscheinen. Damit zeigt sich diese Vielfalt in Bewegung, wirkt lebendig und fügt sich zugleich zu einer ruhigen, ausgewogenen Komposition. Die einheitliche, zurückhaltende Farbgebung unterstützt diesen Eindruck und lenkt den Blick auf das Zusammenspiel der Formen. Die Fotografin beschreibt diesen Zustand als eine Balance.
UHH/GRK2530
Über die Bedeutung des Bildes im Kontext ihrer Forschung beschreibt sie eindrücklich: „Meine Forschung untersucht, wie Erwärmung diese Balance verschieben kann: Einige Gruppen wachsen schneller, andere nehmen ab und die Beziehungen zwischen ihnen beginnen sich neu zu organisieren. Selbst wenn die Gesamtaktivität stabil bleibt, kann sich die Struktur der Gemeinschaft auf überraschende Weise verändern. Dieses Bild zeigt das Netzwerk in einem weitgehend natürlichen, ungestörten Zustand und gewährt einen Einblick in die komplexe Welt, die einen großen Teil des darüberliegenden Ökosystems trägt.“

