Exkursionsbericht Wedeler und Haseldorfer Marsch

08.02.2004

 

 

Am S-Bahnhof Wedel trafen sich 5 wagemutige ExkursionsteilnehmerInnen, um - dem schneeregnerischen Wetter trotzend - an die Elbe zum Vögel beobachten zu fahren.

Zunächst kamen wir nur zum Wedeler Mühlenteich, auf dem sich Lach- und Sturmmöwen in allen Kleiderschattierungen sowie zahlreiche Enten tummelten. Mit den Fahrrädern ging es an der Batavia vorbei in die Wedeler Marsch und durch die Obstbaumkulturen zum Fährmannsand, wo wir einen ersten Blick auf die Elbe warfen. Von Graugänsen und Großen Brachvögeln abgesehen, war da noch nicht viel zu sehen. Statt dessen ließ uns der Anblick einer aufziehenden Schneeregenfront schnell in die Pedale treten, um zum Hermann-Kroll Haus des NABU zu gelangen. Die ehemaligen Klei-Entnahmestellen für den Deichbau sind inzwischen als Teiche dem Informationszentrum angegliedert. Aus den Beobachtungsständen heraus lassen sich hier die Tiere ohne Störung auch aus sehr geringer Entfernung beobachten. Kaum waren wir dort angekommen, brach auch schon der Schnee los, doch bei Tee und Gebäck war alles halb so schlimm.

Nachdem sich das Wetter gelichtet hatte, gab es ornithologisch auch viel zu sehen. So waren jede Menge Kiebitze, Reiher- und Pfeifenten, Bless- und Nonnengänse sowie 2 Kanadagänse zu beobachten. Der Betreuer des Info-Zentrums erzählte dann noch von weiteren Besonderheiten der letzten Tage.

 

Abbildung 1: Reiherenten im Schneegestöber vom Hermann-Kroll Haus

Nach einer guten Stunde, sah das Wetter wieder viel versprechend aus und gut gestärkt nahmen wir unsere nächste Etappe in Angriff. Am Hetlinger Schanzsand befinden sich ebenfalls ehemalige Klei-Entnahmestellen, die heute von Wasservögeln und Limikolen häufig aufgesucht werden. Unter den zahlreichen Spieß- und Pfeifenten auch zwei Zwergsägerweibchen.

Darüber hinaus, ist auf dem Hochspannungsmast seit einigen Jahren ein Wanderfalke zu beobachten, der auch tatsächlich auf uns wartete und - begleitet von vielen aahs und oohs - in die Höhen des Mastes entschwand.

Leider konnten die - regelmäßig dort zu beobachtenden - Sing- und Zwergschwäne nicht nachgewiesen werden. Dafür bot ein großer Schwarm von Nonnegänsen, deren Größe wir auf 1.300 Individuen schätzten, Ausgleich.

 

Nachdem wir alles beobachtet hatten und das Wetter wieder drohte, schlechter zu werden, beschlossen wir die Rückfahrt nach Wedel. Hier verabschiedeten wir uns von einer Teilnehmerin und kehrten in ein gemütliches Cafe ein, um die Artenliste des Tages zu schreiben.

 

Tabelle 1: Übersicht der beobachteten Vogelarten mit geschätzter Anzahl

 

Artname (dt)

Artname (lat)

Hetlingenger Schanzsand

Wedeler Marsch (Hermann-Kroll-Haus)

Spießente

Anas acuta

6 ex.

 

Krickente

Anas crecca

 

10 ex.

Pfeifente

Anas penelope

200 ex.

300 ex.

Stockente

Anas platyrhynchos

200 ex.

300 ex.

Bläßgans

Anser albifrons

20 ex.

15 ex.

Graugans

Anser anser

50 ex.

20 ex.

Kanadagans

Anser canadensis

 

2 ex.

Tafelente

Aythya ferina

8 ex.

 

Reiherente

Aythya fuligula

 

30 ex.

Nonnengans

Branta leucopsis

1300 ex.

50 ex.

Schellente

Bucephala clangula

 

1 ex.

Alpenstrandläufer

Calidris alpina

 

10 ex.

Kornweihe

Circus cyaneus

 

1 ex.

Wanderfalke

Falco peregrinus

1 ex.

 

Gänsesäger

Mergus merganser

3 ex.

1 ex.

Großer Brachvogel

Numenius arquata

 

5 ex.

Brandgans

Tadorna tadorna

 

5 ex.

Kiebitz

Vanellus vanellus

 

5 ex.