Walnuss

HabitusDie Walnuss wird 15 bis 25m, in dichteren Baumbeständen auch bis 30m hoch. Ihr Höhenwachstum endet mit ca. 60 bis 80 Jahren, sie kann ein Alter von 150 bis 160 Jahren erreichen. Die wechselständigen Blätter sind unpaarig gefiedert mit fünf bis neun (meist sieben) Fiederblättchen und erreichen eine Länge bis zu 30 Zentimetern. Die Blattform der einzelnen Fiederblättchen ist elliptisch, sie sind fast ganzrandig und bis auf die Achselbärte unbehaart. Im Frühjahr ergrünt die Walnuss als letzter Laubbaum, noch nach der Eiche; im Herbst wirft sie früh ab. Die Laubblätter verströmen beim Zerreiben einen aromatischen Duft. Die Echte Walnuss ist einhäusig getrenntgeschlechtlich, auf einer Pflanze gibt es also weibliche und männliche Blüten. Die männlichen Blüten sitzen zu vielen in einem Blütenstand, der die Form eines hängenden Kätzchens hat. Die weiblichen Blüten sitzen in wenigblütigen Blütenständen. Die Blüte erfolgt zwischen April und Juni, die Bestäubung erfolgt durch Wind. Die fleischige, äußere grüne Schicht der Frucht öffnet sich bei Reife, aus ihr löst sich die Walnuss (vermeintliche Steinfrucht). Sie hat eine harte braune, gekerbte Schale, die zwei Embryonen (Nusshälften, die einem Gehirn ähneln) enthält.

VorkommenAm besten gedeiht sie in Weinbauklimaten. Sie ist in feuchten Schluchtwäldern der Gebirge zu finden und wächst im Himalaja in Höhen bis 3300 m ü. NN. Bekannt sind die Nussbaumwälder in Kirgisistan im Tianshan-Gebirge. Kirgisistan ist mit nur 4% Waldfläche eines der waldärmsten Länder Asiens, beherbergt aber die größten Nussbaumbestände der Welt. In Mitteleuropa kommt sie in der Regel in kultivierter Form auf Bauernhöfen, in Gärten oder als Einzelbaum in der Feldflur vor. Gelegentlich findet man sie verwildert, vor allem in Auwäldern des Rheins und der Donau.

HerkunftDie Echte Walnuss ist bereits für das Tertiär belegt. Es wird vermutet, dass sie in Syrien sowie West- und Südanatolien die Eiszeiten überstand. Ihre natürliche Verbreitung im Quartär hat sie im östlichen Mittelmeergebiet, auf der Balkanhalbinsel sowie in Vorder- und Mittelasien. Die Römer brachten die Walnuss nach Mitteleuropa und im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden Walnussbäume in zahlreichen Obstgärten kultiviert. 1770 gelangten die ersten Nüsse durch spanische Missionare in die Neue Welt.

AnbaugebieteDa sie gegen Winterkälte und Spätfröste sehr empfindlich ist, findet man sie häufig in wintermilden, nicht zu niederschlagsarmen Lagen wie in den Weinbaugebieten. Sie wächst besonders gut auf tiefgründigen, frischen, nährstoff- und kalkreichen Lehm- und Tonböden.

Art des AnbausDer Anbau der Echten Walnuss erfolgt in erster Linie wegen des Fruchtertrags. Da aber auch das Holz sehr begehrt und eines der teuersten Hölzer ist, wird seit Ende des letzten Jahrhunderts vermehrt versucht, den Baum forstwirtschaftlich zu nutzen.

VerwendungDie Walnuss wird vom Kuchen bis zum Walnusseis in vielen Speisen genutzt. Neben ganzen Nüssen werden auch von der Schale befreite Walnusskerne und das daraus gepresste Öl (50 kg Kerne für 9-10l) verkauft. Eine weitere Möglichkeit der Nutzung ist die Ernte halbreifer grüner Nüsse im Juni. Aus diesen kann ein Einmachobst mit einem hohen Gehalt an Vitamin C oder ein Nusslikör hergestellt werden. Die Walnusskerne haben einen Fettanteil von 42% - 60%, dabei überdurchschnittlich viel von den für das Herz gesunden Omega-3-Fettsäuren, 11%-16% Eiweiß, 15%-23% Kohlenhydrate. Der Energiegehalt ist höher als bei allen anderen handelsüblichen Nüssen mit Ausnahme der Paranuss (ca. 2887kJ/690 kcal je 100g). Diese Frucht enthält pro 100g: 130mg Magnesium, 410 mg Phosphor, 140 mg Schwefel, 87 mg Calcium, 2,5 mg Eisen, 2,7 mg Zink, 1,97 mg Mangan und die Vitamine A, B1, B2, B3, C, E und Pantothensäure. Das Holz wird für Möbel, Innenausbau, Parkett oder Täfelungen genutzt. Auf Grund des hohen Preises wird es meist in Form von Furnieren eingesetzt. Bekannt ist auch die bevorzugte Verwendung für Gewehrschäfte. Extrakte aus Blättern werden noch heute in der Naturheilkunde eingesetzt. Sie sollen unter anderem bei Anämie, Diabetes mellitus, Durchfall, Darmparasiten, Frostbeulen, Hautgeschwüren und Wunden helfen. So wird ihnen eine antiseptische, wurmtreibende, tonische, blutreinigende und narbenbildende Wirkung nachgesagt. Eine Walnussschalen-Spiritus-Tinktur hat sich bei der biologischen Bekämpfung der Varroamilbe (Schadinsekt bei Bienen) bewährt. Der aus der grünen Umhüllung der Nüsse hergestellte Extrakt eignet sich auch als Tönungsmittel für braune Haare oder als Färbemittel für Holz, Textilien und Wolle.

HauptproduzentenKalifornien ist heute der größte Walnussexporteur der Welt. Die Nuss wird inzwischen in über 5.000 Plantagen auf zusammen 82.000 Hektar angebaut. Mit knapp 300.000t jährlicher Ernte produziert Kalifornien damit etwa 2/3 der Walnuss-Welternte. Größere Mengen werden auch im Süden der ehemaligen Sowjetunion erzeugt, in China, in der Türkei und in Italien. Die weltweite Jahresproduktion an Walnüssen liegt bei 1,5 Mio. t.

Ökonomische BedeutungHalbreife Nüsse und im Frühsommer geerntetes Laub haben einen Gehalt an Vitamin C von bis zu 1 Prozent und gehören damit zu den Vitamin-C-reichsten Pflanzenteilen in Mitteleuropa. Der Walnussbaum scheidet mit seinen grünen Anteilen ein Glykosid aus, das sich in die Substanz Juglon verwandelt, sobald sie freigesetzt wird. Dieses Juglon verhindert das Pflanzenwachstum in unmittelbarer Umgebung des Walnussbaums. Es wirkt für den Walnussbaum also wie eine Art Unkrautbekämpfungsmittel und verhindert auch, dass sich andere Bäume in der Nähe breit machen können.


Autor: Loki Schmidt Haus

Foto: Fotolia, Schweizer-Degen