Farnhaus
Im Farnhaus herrschen ähnliche klimatische Bedingungen wie im Tropenhaus, d.h. ganzjährig gleichbleibend hohe Temperaturen zwischen 18 bis 25°C und eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit von etwa 80-100%. Kultiviert werden hier Farnpflanzen aus allen tropischen Regionen der Welt.
Die zu den Sporenpflanzen gehörenden Farne stellen eine eigene Abteilung des Pflanzenreiches dar. Die Blütezeit der Farne lag in der Karbonzeit (vor etwa 350 bis 280 Millionen Jahren), in welcher sie in einer großen Arten- und Formenvielfalt vertreten waren. Zu einer Zeit, als an Blütenpflanzen noch nicht zu denken war, dominierten die Farnartigen Pflanzen die tropischen Karbonwälder und erreichten hier, ebenso wie Schachtelhalme und Bärlappe, riesige Ausmaße. In der Steinkohle sind uns viele Karbonfarne als Fossilien überliefert.
Auch heute noch sind die Farne (praktisch als lebende Fossilien) über den gesamten Globus verbreitet. Die Besonderheiten ihrer Fortpflanzung haben jedoch dazu geführt, daß sie vor allem an relativ feuchten Standorten, also insbesondere in den Waldformationen der verschiedenen Klimazonen zu finden sind. Wie die Blütenpflanzen haben die Farne unterschiedlichste Lebensformen entwickelt und können als winzige bis meterhohe Bodenbewohner, als Lianen oder als Epiphyten auftreten. Im Unterschied zu den Blütenpflanzen, findet bei den Farnen die Sexualität im Verborgenen statt. Auffallend gefärbte und duftende Schauorgane in Form von Blüten können im Farnhaus also nicht beobachtet werden.